Der Fokus der von Stephan Conermann – zusammen mit einigen Kolleg/inn/en aus dem Institut für Orient- und Asienwissenschaften – seit 2010 verstärkt durchgeführten narratologischen Forschungen liegt auf der Herausarbeitung und Analyse narrativer Strukturen in „nicht-abendländischen", in der Regel ‚vormodernen' Texten. Mittlerweile ist an der Bonner Universität ein Zentrum für transkulturelle Narratologie gegründet worden, als dessen Sprecher Stephan Conermann seit 2010 fungiert. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit zählen nicht nur die Modi des Erzählens, sondern auch die Frage der Genres und der Kategorisierungen von Gattungen in nicht-europäischen Erzählkontexten. Zuletzt waren Fragen nach der Präfiguration, Konfiguration und Refiguration in muslimischen Reiseberichten sowie nach den erzählerischen Mitteln in Hagiographien (hagiographic life writing) Gegenstand einer Reihe von Stephan Conermann geleiteter Projekte. Schließlich werden in diesem Jahr noch ein Sammelband zum Thema „Kulturspezifische Erzählstrategien in ‚nicht-abendländischen' Lebensdarstellungen" sowie die Beiträge einer im Dezember 2014 durchgeführten Tagung über „Mamluk Historiography Revisited: Narratological Perspectives" erscheinen.

Stephanie Neu ist seit Februar 2013 als Juniorprofessorin für Literatur- und Medienwissenschaft an der Universität Mannheim tätig (Schwerpunkt: Italianistik). Zuvor koordinierte sie das Interdisziplinäre Centrum für Narratologie an der Universität Hamburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten im Rahmen der Narratologie gehören u.a. Autorschaftstheorien sowie Theorien zu Faktualität und Fiktionalität.

Lena Rohrbach ist Juniorprofessorin für mediävistische Skandinavistik am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie beschäftigt sich in ihrer Forschung mit der mittelalterlichen Prosaliteratur Islands und Norwegen. Zu ihren narratologischen Forschungsinteressen zählen Erzählerstimmen der isländischen Sagas, die Poetik kleiner Formen sowie die Verbindung von narratologischen mit literarisch-anthropologischen Ansätzen. Daneben beschäftigt sie sich auch mit Raum-Zeit-Konzeptionen und Schriftreflexionen in der mittelalterlichen isländischen Literatur.

Christian Schneider ist Assistant Professor für Germanistik an der Washington University in St. Louis. Er wurde 2007 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert. Seine Interessen in Forschung und Lehre liegen in der mittelalterlichen Erzähltheorie, der höfischen Kultur und Didaxe des Spätmittelalters, vormoderner Wissensgeschichte sowie der Textkritik. Sein aktuelles Buchprojekt befasst sich mit der Logik des Erzählens in deutschsprachigen Erzähltexten des 12. und 13. Jahrhunderts. Das Projekt untersucht, wie die narrative Logik volkssprachlicher Literatur in diesem Zeitraum von den poetologischen, audiovisuellen und insbesondere performativen Rahmenbedingungen mittelalterlicher Literatur geprägt wird.

Sabine Walthers Fokus liegt auf dem Ausloten der Möglichkeiten der narratologischen Theorien für die altwestnordische Sagaliteratur, die sich in mancher Hinsicht von anderen mittelalterlichen Literaturen unterscheidet. Vor dem Hintergrund dieser Unterschiede ist auch die komparative Perspektive des Netzwerks für sie von besonderem Interesse. Generell ist sie auch an Fragen des Kultur- und Literaturtransfers interessiert, in diesem Kontext speziell an Übersetzungsliteratur.

 

assoziierte Mitglieder


  • Jörg-Christian Klenk, HU Berlin und Bern (Germanistik)

Jörg-Christian Klenk interessiert sich besonders für postklassische, kognitive Narratologie und deren Anwendung auf mittelhochdeutsche Texte. In seiner Dissertation untersucht er Anwendungsmöglichkeiten des framing-Konzeptes auf den 'Parzival' Wolframs von Eschenbach. Zudem bewegen ihn fachlich neben der geistlichen Literatur des Mittelalters und insbesondere der rheinischen Mystik Editionsphilologie und Digital Humanities.